Quetiapin (Antipsychotikum): wie ansetzen und absetzen

Auf dieser Seite werden Sie erfahren, wie Sie Quetiapin ansetzen oder absetzen können.



Wie Ansetzen: mit 12,5 mg abends starten, nach 2 Tagen auf 25 mg steigern. Nach 2 Tagen auf 50 mg steigern.  EKG-Kontrolle (auf QT-Zeit achten) anordnen. Wenn EKG unauffällig und noch keine Besserung der  Symptomatik (Schlafstörungen, Anspannung) alle 2 Tage um 50 mg erhöhen (und EKG-Kontrolle anordnen). 300 mg nicht überschreiten. Nicht kombinieren mit anderen Medikamenten, die die QT-Zeit verlängern können (zum Beispiel Escitalopram)


Wie absetzen zum Beispiel 250 mg. Erste Reduktion gleich auf 150 mg. Nach 2 Wochen 100 mg. Nach 2 Wochen 75 mg. Nach 2 Wochen 50 mg. Nach 2 Wochen 25 mg. Nach 2 Wochen 12,5 mg. Nach 1 Woche absetzen. 


(Das Ausschleichen und Absetzen von Psychopharmaka, die länger als 12 Wochen eingenommen wurden, sollte über einen  noch längeren Zeitraum, in der Regel nicht weniger als 8 Wochen, erfolgen, um Entzugserscheinungen zu vermeiden, die ein Wiederauftreten der Krankheit vortäuschen könnten.)

(Das Ausschleichen und Absetzen von mittelstarken/starken Antipsychotika bei Patienten mit Psychose/paranoider Schizophrenie, die länger als 24 Wochen eingenommen wurden, sollte über einen  noch längeren Zeitraum, in der Regel nicht weniger als 14 Wochen, erfolgen, um Entzugserscheinungen zu vermeiden, die ein Wiederauftreten der Krankheit vortäuschen könnten.)

Pro: gut verträglich und wirksam; ab 300 mg antidepressiv wirkend.
Kontra: kontraindiziert bei Patienten über 60; QT-Zeit-Verlängerung möglich; nicht kombinierbar mit anderen Medikamenten, die eine QT-Zeit-Verlängerung verursachen; Gewichtszunahme bekannte Nebenwirkung.

  

Indikationen und Kontraindikationen: siehe  

"Psychische Störungen Therapie F0-F9"

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen: siehe
"Neben- und Wechselwirkungen Psychopharmaka"


Literatur/Quellen:
Benkert, O., & Hippius, H. (2019). Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie. 11. Auflage. Springer.

Stahl, S. M. (2021). Stahl’s Essential Psychopharmacology: Neuroscientific Basis and Practical Applications. Cambridge University Press.

Hiemke, C., & Gründer, G. (Hrsg.) (2020). Lehrbuch der Psychopharmakologie. Springer.

Möller, H.-J., & Laux, G. (2018). Psychopharmaka: Pharmakologie und klinische Anwendung psychotroper Arzneimittel. Elsevier.

Neukirch, C., & Müller, M. J. (2019). Psychopharmakotherapie: Grundlagen – Klinik – Praxis. Schattauer.

Sadock, B. J., Sadock, V. A., & Ruiz, P. (2022). Kaplan & Sadock’s Comprehensive Textbook of Psychiatry. Wolters Kluwer.