Ablauf der Diagnostik
Die Diagnostik erfolgt gemäß den aktuellen diagnostischen Standards. Diese setzt sich aus der Kombination strukturierter Fragebogenverfahren sowie eines klinischen Interviews mit ausführlicher Exploration zusammen.Zur Erfassung der Symptomatik und zur Überprüfung der diagnostischen Kriterien werden insgesamt drei strukturierte Fragebögen eingesetzt:
1. ein Fragebogen zur aktuellen Symptomatik im Erwachsenenalter,
2. ein Fragebogen zur systematischen Überprüfung der ICD-10- und ICD-11-Kriterien (bezogen auf aktuelle Symptomatik sowie retrospektiv auf Kindheit und Jugend),
3. ein biographisch orientierter Fragebogen zur Entwicklungs- und Lebensgeschichte.
Ergänzend wird ein strukturiertes klinisches Interview durchgeführt. Die Exploration umfasst folgende Bereiche: Abklärung der Symptomatik in Kindheit und Jugend, Familienanamnese, frühkindliche und weitere Entwicklung, Schul- und Ausbildungszeit, berufliche Entwicklung, psychiatrische Anamnese, körperliche Anamnese, soziale Anamnese sowie die Erfassung aktueller und lebensgeschichtlicher funktioneller Beeinträchtigungen.
Die ICD-10-Kriterien werden sowohl hinsichtlich der aktuellen Symptomatik als auch retrospektiv für Kindheit und Jugend überprüft. Um eine Störung zu diagnostizieren, muss sich eine klinisch relevante Beeinträchtigung durch die Symptomatik in mehr als einem Funktionsbereich (u. a. beruflich und sozial) zeigen. Der Symptomverlauf ist überdauernd und nicht episodisch.
Andere psychische oder organische Störungen, die die Symptomatik besser erklären könnten, werden im Rahmen der Diagnostik ausgeschlossen.