Doppeldiagnose

 SYMPTOME

Bei einem Patienten das gemeinsame Auftreten

1)eines Missbrauchs oder einer Abhängigkeit von einer oder mehreren psychotropen Substanzen (nach ICD-10, z.B. Alkoholabhängigkeit) und

2)mindestens einer anderen psychischen Störung (nach ICD-10, z.B. Depression, Angststörungen, PTBS, etc)

Im ICD-10 oder DSM-V: Begriff Doppeldiagnose wird nicht verwendet
 

 Differenzialdiagnose: Durch die Substanz hervorgerufene psychische Störung! (z.B. während oder unmittelbar nach der Einnahme einer Substanz- z.B. Alkoholintoxikation – oder verzögert mehr als zwei Wochen nach der Einnahme der Substanz -z.B. substanzbedingte psychotische Störung) 

 Epidemiologie
• Psychische Störungen--) davon DD 29%
• Alkoholstörungen--) davon DD 45% 
• Drogenstörungen--) davon DD 72% 


 Verschiedene Modelle Sucht-Psychische Störung(en)
Sucht -----) Psychische Störung 
Psychische Störung ----) Sucht 
Psychische Störung (--------) Sucht (Grundlage für eine integrative Therapie: an Sucht, Psychischer Störung und vor allem an deren Interaktionen arbeiten!) 


Quellen:  modifiziert aus:

  • Benkert, O., & Hippius, H. (Hrsg.). (2022). Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie (11. Aufl.). Springer.
  •  Weltgesundheitsorganisation (WHO). (2023). Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision (ICD-10). Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI).
  •  Berger, M., & Rüther, E. (Hrsg.). (2021). Psychiatrie und Psychotherapie (5. Aufl.). Springer.